Das »Barometer der Energiewende«

Wärmesektor 2018#

Der Wärmesektor ist von allen Sektoren der größte Emittent von CO2. Somit ist hier das CO2-Verringerungspotenzial am größten und dessen Effizienzsteigerung hier besonders wichtig. Die Dekarbonisierung ist sowohl auf Verbraucher- als auch auf Erzeugerseite notwendig. Auf Verbraucherseite bedeutet dies Effizienzmaßnahmen wie beispielsweise die energetische Gebäudesanierung, auf Erzeugerseite die Überführung der Heizaggregate in den Strompfad, in der Hauptsache durch die Installation von Wärmepumpen. Beide Entwicklungen sind nicht entkoppelt voneinander zu betrachten. Eine bessere Gebäudedämmung erlaubt eine Verringerung der Vorlauftemperatur für das Heizungssystem, was sich positiv auf den Wirkungsgrad der Wärmepumpe und somit die benötigten Installationsleistungen auswirkt.

Repräsentativ für das Monitoring des Wärmesektors wurde die installierte elektrische Leistung von Wärmepumpen gewählt. Mit diesem Indikator wird nicht der gesamte Sektor erfasst, aber er bildet eine Messgröße, über die wir abschätzen, wie sich die Sektorenkopplung und die Elektrifizierung des Wärmebedarfs in Deutschland entwickeln.

Der Barometerbalken zeigt den Zielwert aus unserem Szenario von 53 GW installierter elektrischer Leistung in 2050. Ende 2017 waren in Deutschland etwa 2,9 GW installiert [9].

Die zeitliche Entwicklung der installierten Leistung ist in der unteren Grafik dargestellt. Die Flächen zeigen den jährlichen Zubau und Ersatz der Installation, die Werte beziehen sich auf die linke Achse [9, 23]. Historische Werte sind von den modellierten zukünftigen Soll-Werten durch die graue Senkrechte getrennt. Der optimierte Zubaupfad folgt den gleichen Kriterien wie denen der anderen Technologien (siehe Windenergie). Die Werte der schwarzen gepunkteten Linie beziehen sich auf die rechte Achse. Sie zeigt die die jeweils kumulierte elektrische Leistung und bildet somit das Integral der roten Flächen ab.

Aktuell sind die Installationsraten von Wärmepumpen zu niedrig. Besonders im Gebäudebereich sollten aufgrund der Trägheit des Sektors die Installationsraten zeitnah gesteigert werden. Heute eingebaute Heizungssysteme verbleiben für etwa 30 Jahre im Gebäudebestand und sollten daher möglichst ab sofort in den Strompfad gelenkt werden.

Quellen

[9] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi: Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland. (2018)
[23] Bundesverband Wärmepumpe BWP e.V.: BWP Marktzahlen 2017. (2018)