Das »Barometer der Energiewende«

Power-to-Gas 2018#

Für das Monitoring von Power-to-Gas ist die installierte elektrische Leistung der Elektrolyseure die von uns gewählte Maßeinheit. Der Barometerbalken zeigt, dass wir uns noch in der Anfangsphase relativ zu dem Szenario-Zielwert von 66 GW befinden. Ende 2017 waren lediglich 0,03 GW installiert [18, eigene Recherche].

Die untere Grafik zeigt die zeitliche Entwicklung von Power-to-Gas. Die Flächen stellen den jährlichen Zubau dar und beziehen sich auf die linke Achse [eigene Datenbank, eigene Berechnungen]. Langfristig sollten 3,2 GW pro Jahr brutto (Ersatz (hellgrün), plus Neuinstallation (dunkelgrün)) zugebaut werden. Unser Zubaupfad wurde nach den gleichen Kriterien wie für die Windenergie optimiert (siehe Barometer Windenergie). Die schwarze gepunktete Markierungslinie bildet die kumulierte installierte Leistung ab und bezieht sich auf die rechte Achse. Sie endet bei 66 GW, dies entspricht dem aus unserem Szenario errechneten Bedarf an PtG-Leistung im Jahr 2050.

Um auf die notwendige Installationsleistung zu kommen, müssen in Deutschland die Anfangsphase der Marktentwicklung überwunden und höhere jährliche Installationsraten erzielt werden. Dies kann zum einen über Technologieförderung, zum anderen über eine Marktanreizung erreicht werden.

Technologieförderung halten wir weiterhin für notwendig, um die Entwicklung funktionierender Geschäftsmodelle für Power-to-Gas zu ermöglichen und dadurch das Interesse der Industrie zu wecken. Power-to-Gas Forschung ist typischerweise sehr anwendungsorientiert und bedarf einer engen Zusammenarbeit mit der Industrie. Deswegen müssen Benachteiligungen abgeschafft werden, um Power-to-Gas Anlagen einen Rahmen für heutige Geschäftsmodelle zu bieten. Sie werden sowohl durch hohe Strombezugskosten aufgrund von Abgaben und Umlagen als auch durch fehlende Belohnung für Systemdienstleistungen benachteiligt. Fehlende Vorteile bei der Nutzung von nicht-integrierbaren Strommengen erschweren ebenfalls die Wirtschaftlichkeit. Folgende Maßnahmen könnten unmittelbar umgesetzt werden, um eine Marktgängigkeit von PtG-Anlagen zu erreichen:

1.    PtG-Produkte als Energiespeicher anerkennen,
2.    steigenden Flexibilitätsbedarf im Strommarkt teilweise durch Power-to-Gas decken und
3.    den Einsatz zur Netzentlastung ermöglichen,
4.    nicht integrierbaren Strom (Einspeisemanagement) für PtG nutzen,
5.    PtG-Produkte als Biokraftstoff anerkennen,
6.    Emissionsminderungsmöglichkeiten von PtG im Rahmen des EU ETS (European Union Emissions Trading System) anerkennen,
7.    Technologieentwicklung vorantreiben mit dem Ziel der Kostenreduktion, Effizienzsteigerung, etc. [19].

Des Weiteren kann eine Marktanreizung als geeignetes Instrument eingesetzt werden. Hilfreich könnte die Beschränkung auf Nischenmärkte sein. Dadurch könnte mit Hilfe einer Marktanreizung zwar früher positive Geschäftsmodelle erreicht, aber gleichzeitig eine Überförderung der Technologie gleichzeitig aber vermieden werden.

Quellen

[18] Strategieplattform Power to Gas: Pilotprojekte. Abrufdatum 20.07.2018
[19] Deutsche Energieagentur dena: Potenzialatlas Power to Gas. Klimaschutz umsetzen, erneuerbare Energien integrieren, regionale Wertschöpfung ermöglichen. (2016)